Fotografie | Portraitfotografie für Alle
00:00:00: Speaker: Warum Fotografinnen und Fotografen einen Businessplan brauchen und warum fast niemand einen hat. Herzlich willkommen zu Menschenporträts, Denkanstöße dem Podcast für Fotografinnen und Fotografen, die nicht nur bessere Bilder machen wollen, sondern auch ein Business aufbauen möchten, das sie trägt, motiviert und nicht ausbrennt. Mein Name ist Manuelito Röhr und ich bin Porträtfotograf aus Koblenz und in dieser Podcast Staffel geht es auch so ein bisschen um ein Thema, das viele Kreative lieben zu hassen, nämlich den Business Plan. Aber keine Sorge, es geht hier nicht um trockene Betriebswirtschaftslehre, nicht um Bankgespräche und nicht um Excel Tabellen aus der Hölle. Es geht um Klarheit, deine Klarheit und um Richtung und daraus. Wie du aus. Ich fotografiere gerne ein tragfähiges fotografisches Geschäft machst. In dieser ersten Folge sprechen wir darüber, warum die meisten Fotografen und Fotografinnen keinen Businessplan haben. Warum genau das oft zu Frust, Geldproblemen und Selbstzweifeln führt und warum ein Businessplan gerade für kreative Menschen ein extrem kraftvolles Werkzeug sein kann. Schauen wir doch einmal ganz kurz in die Realität vieler Fotografinnen und Fotografen rein. Lass mich mit einem Bild anfangen, das ich in den letzten Jahren immer wieder gesehen habe. Da ist jemand, der Fotografie über alles liebt, der gutes Feedback bekommt, der erste Aufträge hat, vielleicht Hochzeiten, Portraits, Firmen, Kita, Events, was auch immer, woher die Sachen kommen. Und am Anfang fühlt sich auch alles irgendwie gut an, man freut sich über jede Anfrage. Man sagt doch eigentlich immer ja zu jedem Auftrag, der da reinkommt. Man macht die Preise aber schon so ein bisschen nach Gefühl und am Ende hofft man, dass sich das alles irgendwie entwickelt. Wird schon, aber. Und dann oft schleichend, kommen Gedanken wie Boah, ich arbeite irgendwie wahnsinnig viel, aber am Ende bleibt so wenig Geld übrig. Oder irgendwie ziehe ich nicht die richtigen Kunden an oder ich weiß gar nicht genau, wofür ich eigentlich stehe und andere sind viel erfolgreicher und kriegen mehr Kunden. Was mache ich eigentlich falsch? Viele Fotografinnen und Fotografen, die sind in Bewegung, aber haben überhaupt keine Richtung. Die rennen wie quasi jemand, der ohne Landkarte unterwegs ist, auf eine riesige Wanderung und der vielleicht den Schatz suchen will. Völlig planlos. Die sind immer irgendwie beschäftigt, aber halt ohne irgendeine Strategie. Und hier kommt der Businessplan ins Spiel. Nicht als bürokratisches Monster, was dir keine Zeit mehr für irgendwas lassen soll, sondern einfach wie so eine innere Landkarte, die du dir vorstellen musst. So dein innerer Kompass. Wenn man Businessplan sagt, denken viele sofort an Banken, Investoren, trockene Texte, Zahlenkolonnen und das Gefühl Das bin ich, Ich ich bin doch ein Kreativer. Und dann hört man oft Sätze wie Ich will fotografieren, aber jetzt hier nicht Stunden im Büro sitzen oder Das engt meine Kreativität voll ein. Oder Ja, ich mache das ganz intuitiv. Ich schaue einfach mal, was kommt. Und das ist total verständlich, denn die meisten von uns sind nicht wegen Wirtschaft in die Fotografie gegangen, sondern wegen Fotos, wegen Bildern, Emotionen, Geschichten, Gestaltung. Alles das, was so unser kleines Herz berührt. Aber das Problem ist nur Auch ein intuitives Business ist ein Business. Ohne Plan entsteht kein freies, kreatives Leben, sondern oft halt einfach ein sehr anstrengendes, weil man immer gucken muss, wie geht es denn eigentlich vorwärts? Und habe ich am nächsten Tag noch genug Geld, um irgendwas zu fressen auf den Tisch zu kriegen? Und was ich auch immer wieder höre, ist, dass ein Businessplan ein Jahr völlig einengt. Aber das bedeutet es ganz und gar nicht. Also du wirst weder festgenagelt noch sonst irgendwas. Das bedeutet einfach nur, dass du dir über verschiedene Punkte deines Business bewusst wirst, wer du sein möchtest. Für wen willst du eigentlich arbeiten? Welche Menschen sind deine Kunden oder willst du als Kunden bekommen? Womit willst du eigentlich dein Geld verdienen und wie dein Leben mit der Fotografie eigentlich aussehen soll. Ein guter Businessplan ist kein starres Korsett, was du einmal festziehst, sondern er ist ein Kompass, nachdem du marschierst. Und wenn du lang genug marschiert bist, kannst du immer noch gucken. Passt das so? Muss ich das irgendwie anpassen. Aber du hast quasi. Und jetzt gehen wir wieder aufs Wandern zurück. Ja, dann stehst du da irgendwo und musste ich da an so einem Hang entlanghangeln. Und dann ist da ein schönes, fettes Drahtseil eingemauert, an dem du dich lang ziehen kannst. Und weißt, du kommst am Ende auch irgendwo an und stürzt nicht runter. Ich denke, das ist bildlich ganz gut. Was ist denn ein Businessplan eigentlich wirklich? Lass uns mal gemeinsam diesen Begriff entmystifizieren. Ein Businessplan ist im Kern die Antwort auf ein paar sehr, sehr menschliche Fragen. Warum mach ich das überhaupt? Was genau biete ich eigentlich an? Wem helfe ich damit überhaupt? Wie verdiene ich mit meinem Angebot Geld? Wie soll mein Alltag aussehen und wohin will ich mich entwickeln? Also wo ist da meine Perspektive in den nächsten fünf bis zehn Jahren? Ein Businessplan für Fotografinnen und Fotografen. Der besteht nicht zuerst aus Zahlen. Der besteht aus Klarheit. Wir erinnern uns auch an den. An die vergangene Episode mit Caleb Ridgeway. Da hatten wir auch über Klarheit gesprochen. Klarheit ist einfach verdammt wichtig. Und im Rahmen deines eigenen Business mit dem, was du hochziehen willst, mit deinem Herzblut, mit dem, was du gut kannst. Da brauchst du aber Klarheit. Nämlich über Themen wie Was ist denn deine Vision? Wer ist deine Zielgruppe? Was ist denn eigentlich dein Angebot? Wie ist deine Arbeitsweise? Was sind deine Ziele? Und letztendlich jetzt denken wir wieder an unseren Estella. Wir brauchen alle was da drauf. Was ist mit deinen Preisen? Der Businessplan. Der ist die Verbindung zwischen dem, was du liebst. Also, du nimmst die Kamera in die Hand und hast einfach Bock auf richtig geilen Scheiß und dem, wovon du halt eben leben willst. Nämlich dieser geile Scheiß, der muss auch irgendwie Geld in die Kasse spülen. Und genau das ist der Punkt, an dem viele innerlich beginnen auszusteigen, weil sie merken jetzt geht es nicht mehr nur um Technik oder um schöne Fotos, sondern jetzt geht es um klare Entscheidungen und sich daran auch wirklich erst einmal halten. Aber was wird sich denn verändern, wenn du einen Plan hast? Ich möchte kurz sagen, was ich typischerweise verändert, wenn Man anfängt, wirklich einen Businessplan zu arbeiten oder sich daran abzuarbeiten. Erstens Was ich definitiv verändern wird, sind deine Preise, weil sie, ich sag mal nicht mehr aus Gutdünken entstehen oder aus Unsicherheit, sondern aus Berechnung und vor allen Dingen auch Selbstachtung. Also wenn ich sehe, gerade in der Presse für Magazine, dann sind die da für ein hundert Euro den ganzen Tag als Pauschalist unterwegs oder ähnliches. Das hat wenig mit Selbstachtung zu tun, sondern du machst dich und deine Technik vor allen Dingen fertig. Zweitens Deine Kunden und Kundinnen verändern sich, weil du halt ganz klar kommunizieren wirst, wofür du stehst, wofür dein Angebot stehst, steht und wofür halt eben nicht. Drittens Deine Arbeit wird sich verändern. Du arbeitest weniger Reaktiv weniger hinterher, aber dafür mehr bewusst. Was ich damit sagen will ist Du sitzt nicht den ganzen Tag an einem Schreibtisch und überlegst und machst mal hier und postest vielleicht da was und hm, könnte ich noch eine freie Arbeit machen oder schreibe ich mal Firma XY an und das kostet dich einfach echt viel, viel Zeit. Wenn du einen Plan hast, dann hangelst du dich an den Plan. Du hast eine Wochenplanung und gibst dir wegen mir Sonntagabend oder Montagmorgen vor. Was werde ich diese Woche alles tun? Und wenn du an dem einen Tag fertig bist und hast noch Bock zu arbeiten, arbeitest du noch und hast eine geile Idee und verfolgst sie. Ansonsten machst du Feierabend. Ja, also das sind Sachen, wie du effektiv arbeiten wirst. Und für dein Kopf, der wird ruhiger, weil. Du einfach nicht mehr jede Anfrage neu erfinden musst, weil du weißt, warum du zu der oder der Anfrage ja sagst und warum. Halt eben nein. Und weil du einfach alles um dein Business noch ein bisschen geplant hast. Und ich will nicht sagen automatisiert. Aber du musst nicht jedes Mal neu drüber nachdenken. Und. Insgesamt, also nachdem wir mal über diese vier Punkte geguckt haben eines ersetzt der Businessplan nicht. Und das ist mir ganz wichtig zu sagen, der ersetzt nicht den Mut, aber er gibt dir halt echt Struktur und es wird sich schon vieles, vieles ändern. Hör doch mal vielleicht in deiner Fotoblase rum. Egal ob das jetzt Menschen sind, die in den Nebenerwerb gestartet sind oder die sich von jetzt auf gleich vielleicht voll selbstständig gemacht haben. Frag sie doch mal aktiv. Sag mal, hast du dir eigentlich einen Businessplan gemacht und du wirst feststellen, dass werden gar nicht mal so viele sein. Aber was wird dich denn in dieser Podcastreihe noch erwarten in den nächsten Episoden? Also einmal im Monat werden wir Schritt für Schritt genau diese Bausteine durchgehen. Was ist deine fotografische Vision? Wie willst du dich positionieren? Wer wird deine Zielgruppe sein? Was ist dein Angebot, deine Preise, dein Marketing, deine Orga und eben deine finanzielle Planung? Wir werden natürlich jetzt hier nicht im Rahmen dieses Podcasts einen ewigen Workshop halten. Dafür habe ich ein anderes Angebot. Aber hier ist so der erste Griff für dich, an dem du dich langhangeln kannst und vielleicht ist das genügend Impuls, woraus du etwas für dich entwickeln kannst. Und wenn vielleicht nur eine eine Kleinigkeit dabei ist, wo du sagst Boah, das hat mich extrem weitergebracht. Dann freue ich mich riesig drüber. Und vor allen Dingen möchte ich das zumindest hier im Podcast nicht auf eine blanke Theorie. Münzen, sondern dir das irgendwie auf den Alltag von einem typischen Fotograf oder einer typischen Fotografin übersetzen. Weil mein Ziel ist, dass du am Ende, ich sag mal kein Businessplan für die Schublade hast, sondern dir ein lebendiges Fundament aufbauen kannst für dein fotografisches Arbeiten. Und mit jeder Episode wirst du dann vielleicht ein kleines Puzzlestück mehr haben. Wenn du jetzt bis hierhin zugehört hast. Und würde ich dir vielleicht eine kleine Miniaufgabe geben? Ähm. Nimm dir in den nächsten Tagen Vielleicht zehn Minuten. Aber hab Ruhe irgendwie dabei. Mach dir einen Tee. Einen Kaffee? Wie auch immer. Und beantworte drei Sätze. Am besten schriftlich. Erstens. Ich fotografiere, weil. Zweitens. In fünf Jahren wünsche ich mir, dass meine Fotografie. Drittens. Ein guter Arbeitstag als Fotograf sieht für mich so aus. Das, was du schreibst, muss nicht schön sein. Das muss nicht perfekt sein. Aber sei ehrlich zu dir. Das ist der erste Stein deines Business Plans. In der nächsten Folge im Februar. Ich weiß gar nicht, wann das sein wird. Lass mich mal kurz hier klicken. Ich hoffe, das wird nicht zu laut. Das wird der drei und zwanzigste Februar sein, wo wir hier an dieser Reihe anknüpfen werden. Sprechen wir über deine fotografische Vision und Positionierung und darüber, warum ich fotografiere. Alles. Keine Stärke, sondern eher ein Warnsignal ist. Und wenn dir diese Folge ein bisschen geholfen hat, dann würde ich mich freuen, wenn du diesen Podcast abonnierst, den in deiner FotoBubble teilst. Und am liebsten schreib mir doch mal, welche Themen dich besonders interessieren. Ich danke dir fürs Zuhören und denk dran, Deine Fotografie darf Kunst sein, aber dein Leben darf davon kein Zufall sein. Bis zur nächsten Folge.